Pflichten des Mieters: sofort melden, Schaden mindern
Der Mieter muss einen Wasserschaden unverzüglich dem Vermieter oder der Hausverwaltung melden – auch nachts über die Notfallnummer. Gleichzeitig gilt die Schadenminderungspflicht: Wasser abstellen, Strom sichern, Wasser aufnehmen, Hausrat retten, fotografieren. Wer meldet und handelt, ist auf der sicheren Seite. Wer wartet, kann für den vermeidbaren Mehrschaden haftbar gemacht werden.
Pflichten des Vermieters: Ursache beseitigen, Wohnung instand setzen
Der Vermieter ist für den Zustand des Gebäudes verantwortlich: Er beauftragt Leckortung, Reparatur, Trocknung und Wiederherstellung – bzw. meldet an seine Gebäudeversicherung, die das trägt. Der Mieter muss Handwerker in die Wohnung lassen und Trocknungsgeräte dulden. Der Vermieter muss den Mieter über Ablauf und Dauer informieren.
Welche Versicherung zahlt was
- Gebäudeversicherung des Vermieters: Wände, Böden, Leitungen, Trocknung, Wiederherstellung.
- Hausratversicherung des Mieters: eigene Möbel, Geräte, Kleidung – zum Neuwert.
- Privathaftpflicht des Mieters: wenn der Mieter den Schaden verursacht hat (Schlauch geplatzt, weil nie geprüft; Wanne übergelaufen), nimmt der Gebäudeversicherer Regress – die Haftpflicht springt ein.
- Gebäudeversicherung der WEG bei Eigentumswohnungen; Sondereigentum je nach Teilungserklärung.
Mehr Details: Wer zahlt bei einem Wasserschaden?
Mietminderung bei Trocknungsgeräten
Laufen Trocknungsgeräte in der Wohnung, ist die Gebrauchstauglichkeit eingeschränkt: Lärm, Wärme, blockierte Räume, Stromverbrauch. Gerichte haben je nach Umfang Mietminderungen von etwa 10 bis 50 Prozent zugesprochen – bei unbewohnbarer Wohnung bis 100 Prozent. Maßgeblich ist der Einzelfall; Mieter sollten die Minderung ankündigen und begründen, nicht einfach kürzen. Die Stromkosten der Geräte trägt nicht der Mieter: Der Vermieter erstattet sie bzw. rechnet sie mit seinem Versicherer ab – klären Sie das vorab schriftlich, damit die Geräte nicht abgeschaltet werden.
Streitfall Schimmel: Lüften oder Bauschaden?
Tritt nach einem Wasserschaden oder unabhängig davon Schimmel auf, steht oft der Vorwurf „falsch gelüftet“ gegen „Bauschaden“. Hier hilft nur Klärung durch Messung: Feuchteprofil der Wand, Thermografie der Wärmebrücken, Leckortung. Ein Gutachten stellt die Ursache fest, bevor es vor Gericht geht – und ist deutlich günstiger als ein Prozess.
Praxis-Tipps für beide Seiten
- Alles schriftlich: Meldung, Termine, Zusagen zu Strom und Mietminderung.
- Gemeinsame Begehung mit Fotos zu Beginn und nach Abschluss.
- Ein Fachbetrieb, der mit Versicherung, Verwaltung und Mieter spricht – wir übernehmen das.
- Mieter: Hausrat- und Haftpflichtversicherung prüfen. Vermieter: Gebäudeversicherung mit Leitungswasser und Elementar.
Brauer Trocknungstechnik hilft bei Versicherungsabwicklung – mit Kostenrahmen am Telefon, festem Ansprechpartner, Versicherungsabwicklung und 24/7 Notdienst. Zur Leistung Versicherungsabwicklung oder direkt anrufen.
Häufige Fragen
Nein. Der Mieter muss Maßnahmen zur Schadenbeseitigung dulden – nach angemessener Ankündigung und zu zumutbaren Zeiten. Im Notfall (laufendes Wasser) auch sofort.
Bei einem versicherten Gebäudeschaden übernehmen viele Gebäudepolicen Hotelkosten oder Mietausfall. Der Mieter kann für die Zeit die Miete mindern; die Hausratversicherung enthält oft ebenfalls einen Baustein für Hotelkosten.
Ja, das gehört zur Sorgfaltspflicht. Platzt ein sichtbar alter Schlauch, kann der Mieter haftbar sein – die Privathaftpflicht übernimmt dann. Aquastop-Schläuche und regelmäßiger Austausch beugen vor.