Die Grundregel: Ursache und Gegenstand bestimmen den Versicherer
Bei jedem Wasserschaden stellen sich zwei Fragen: Woher kommt das Wasser? und Was ist beschädigt? Die erste Frage entscheidet, ob überhaupt Versicherungsschutz besteht (Leitungswasser ja, Kondensat nein, Regen nur mit Elementar). Die zweite Frage entscheidet, welche Police zahlt: Gebäude oder Hausrat.
Wohngebäudeversicherung: Leitungswasser am Gebäude
Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am Gebäude selbst – Wände, Böden, Estrich, Decken, fest verlegte Leitungen, Einbauküche bei Vermietung, Bodenbeläge, die fest verklebt sind. Versichert ist „bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser“ aus Zu- und Ableitungen, Heizungsanlagen, Wasch-/Spülmaschinen-Zuläufen, Aquarien und Wasserbetten (je nach Tarif).
Erstattet werden in der Regel: Leckortung, Reparatur der Bruchstelle (Rohrbruch), technische Trocknung inklusive Strom, Rückbau und Wiederherstellung sowie oft auch Hotelkosten, wenn die Wohnung unbewohnbar ist. Nicht erstattet wird meist der Austausch der gesamten Leitung, wenn nur eine Stelle defekt ist.
Hausratversicherung: Möbel, Geräte, Teppiche
Alles, was Sie beim Umzug mitnehmen würden, ist Hausrat: Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Teppiche (lose), Bücher. Die Hausratversicherung ersetzt zum Neuwert, nicht zum Zeitwert. Auch hier gilt die Leitungswasser-Klausel: Der Schaden muss durch bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser entstanden sein.
Praxis: Bei einem Rohrbruch im Bad zahlt die Gebäudeversicherung Trocknung und Fliesen, die Hausratversicherung den beschädigten Badschrank. Beide Versicherer wollen die Ursache dokumentiert – ein Ortungsbericht deckt beides ab.
Elementarversicherung: Starkregen, Rückstau, Hochwasser
Wasser, das von außen kommt – Starkregen, Überschwemmung, Rückstau aus dem Kanal, Grundwasser, Schneeschmelze –, ist kein Leitungswasser. Es ist nur versichert, wenn Sie den Elementarbaustein („weitere Naturgefahren“) abgeschlossen haben, und zwar sowohl für Gebäude als auch für Hausrat getrennt.
Prüfen Sie Ihre Police auf den Elementarbaustein, bevor der nächste Starkregen kommt. Mehr dazu im Artikel Rückstau im Keller nach Starkregen.
Mietwohnung: Mieter, Vermieter, Hausverwaltung
Gebäudeschäden reguliert immer die Gebäudeversicherung des Eigentümers – der Mieter meldet an den Vermieter oder die Hausverwaltung, die melden an ihren Versicherer. Hausrat des Mieters reguliert die Hausratversicherung des Mieters. Hat der Mieter den Schaden verursacht (Waschmaschinenschlauch nicht geprüft, Badewanne übergelaufen), kann der Gebäudeversicherer Regress bei der Privathaftpflicht des Mieters nehmen – deshalb: Privathaftpflicht ist Pflicht.
Bei Eigentumswohnungen ist die Gebäudeversicherung der Eigentümergemeinschaft zuständig; Sondereigentum (z. B. Bodenbelag in der Wohnung) kann je nach Teilungserklärung anders geregelt sein. Mehr im Artikel Wasserschaden in der Mietwohnung.
Was in der Regel nicht versichert ist
- Kondensat und Schimmel durch Lüftungsverhalten – kein Versicherungsfall, sondern Nutzungs- oder Bauproblem.
- Aufsteigende Feuchte und fehlende Abdichtung – Bauschaden, kein Leitungswasser.
- Planschwasser (Duschen ohne Vorhang, Putzwasser) – kein bestimmungswidriger Austritt aus einer Leitung.
- Grobe Fahrlässigkeit – je nach Tarif Kürzung; viele moderne Policen verzichten auf den Einwand.
- Verschleiß ohne Bruch (z. B. Austausch alter Rohre vorsorglich).
Die Grenze zwischen „Leck“ und „Kondensat“ ist oft nicht sichtbar – hier hilft eine professionelle Feuchtemessung mit Ursachenklärung. Wir übernehmen die komplette Abwicklung mit Ihrem Versicherer.
Brauer Trocknungstechnik hilft bei Versicherungsabwicklung – mit Kostenrahmen am Telefon, festem Ansprechpartner, Versicherungsabwicklung und 24/7 Notdienst. Zur Leistung Versicherungsabwicklung oder direkt anrufen.
Häufige Fragen
Ja, bei versicherten Leitungswasserschäden gehören die Stromkosten der Trocknung zu den erstattungsfähigen Kosten. Der Fachbetrieb dokumentiert Laufzeiten und Verbrauch im Trocknungsprotokoll.
Zunächst zahlt Ihre eigene Gebäude- bzw. Hausratversicherung. Sie nimmt anschließend Regress beim Verursacher oder dessen Versicherung. Sie müssen sich nicht selbst mit dem Nachbarn streiten.
Ja, wenn sie in Ihrer Police vereinbart ist – typisch 150 bis 500 Euro. Bei Direktabrechnung durch den Fachbetrieb zahlen Sie nur diesen Betrag, den Rest rechnet der Betrieb mit dem Versicherer ab.